FC St. Pauli

Der FC St. Pauli ist ein Sportverein in Hamburg, in dem ein gutes Dutzend unterschiedlicher Disziplinen betrieben wird.

Viele verbinden den Vereinsnamen FC St.Pauli vornehmlich mit einem Fußballverein - die Männer-Fußballabteilung stellt dementsprechend auch die mitgliedsstärkste der aktiv sporttreibenden Vereinsabteilungen dar. Die Spielstätte der ersten Fußballherren, das Millerntor-Stadion, befindet sich auf dem Heiligengeistfeld in Hamburg-Sankt Pauli, ganz in der Nähe der Reeperbahn.

Geschichte

Der FC St. Pauli war bis ins Jahr 1924 mit dem "Hamburg-St.Pauli Turnverein 1862" (gegründet am 1. Mai 1862 durch einen Fusion des MTV in Hamburg - Gründungsdatum 7. September 1852 - mit dem TV in St. Pauli und vor dem Dammthore - Gründungsdatum 7. September 1860) verbunden. Offiziell gegründet wurde der FC St.Pauli am 15. Mai 1910, aber erst 1924 im Zuge der reinlichen Scheidung zwischen Turn- und Fußballvereinen als selbstständiger Club in das Vereinsregister eingetragen. Seine Vereinsfarben sind Braun-Weiß. Die Mitgliederzahl liegt bei rund 6.500, davon sind etwa 3.200 Mitglied in der größten Vereinsabteilung, der Abteilung Fördernde Mitglieder (AFM).

Lange vor der Gründung der Spiel-Abteilung des Hamburg-St. Pauli TV wird in St. Pauli bereits Fußball gespielt. Schon ab der ersten Saison 1895/96 werden auf dem Heiligengeistfeld regelmäßig Punktspiele des Hamburg-Altonaer Fußball-Bundes ausgetragen, da der einzige andere zur Verfügung stehende Platz auf der kleinen Exerzierweide in Altona meist nicht ausreicht. 1900 trägt der FC Victoria 1895 dort seine Heimspiele aus. Auch der FC Alemannia 1896 spielt auf dem Heiligengeistfeld und nimmt für einige Jahre den Zusatz `St. Pauli` in seinen Vereinsnamen auf. Durch den Bau eigener Plätze wird das Heiligengeistfeld Anfang des 20. Jahrhunderts nicht mehr für Punktspiele benötigt.

Im Jahre 1900 wird der FC St. Pauli 1900 gegründet, der nur wenige Jahre besteht und einem unabhängigen Verband angehört.

Im November 1906 werden die Mitglieder des Hamburg St. Pauli TV 1862 zur Gründung einer Spielabteilung, in der auch insbesondere das Fußballspiel betrieben werden soll, aufgerufen. Erst im Frühjahr 1907 melden sich genug Mitglieder, um auch eine Mannschaft bilden zu können. Bis zum Sommer des Jahres werden nur zwei Freundschaftsspiele ausgetragen.

In der Saison 1907/08 werden bereits elf Freundschaftsspiele bestritten, überwiegend gegen Nichtverbandsvereine oder Reservemannschaften innerhalb der Hamburger Stadtgrenzen. Die folgende Saison 1908/09 sieht die Bildung einer zweiten Mannschaft, aber auch die Reserven bestreiten wie die erste Mannschaft nur Freundschaftsspiele.

Die Saison 1909/10 beginnt mit Gesellschaftsspielen, aber im Herbst 1909 wird die Spiel-Abteilung des Hamburg-St. Pauli TV in den Norddeutschen Fußball-Verband aufgenommen. Die erste Mannschaft wird der 3a-Klasse im Bezirk III (Hamburg/Altona) zugeteilt, in der sich fast ausschließlich die dritten Teams der Clubs aus der höchsten Spielklasse befinden. Der Punktspielauftakt am 30. Januar 1910 gegen die dritte Mannschaft des SC Germania 1887 endet mit einem 2-0 Sieg für den TV, obwohl er nur mit zehn Spielern antritt. Weniger glücklich verläuft der Auftakt für die zweite Mannschaft, die der 3b-Klasse zugeteilt ist; das erste Punktspiel bei der IV. Mannschaft des Eimsbütteler TV am 6. Februar 1910 endet mit einer kräftigen 1-12 Niederlage.

Erstmals verlässt der TV in dieser Saison auch die Hamburger Stadtgrenzen, trägt dabei Freundschaftsspiele in Cuxhaven und in Dänemark aus. Am 22. April 1910, also nach dreijährigem Bestehen der Abteilung und 18 Tage vor dem offiziellen Gründungsdatum, verfügt der Hamburg-St. Pauli TV bereits über vier Mannschaften und die fünfte wird gebildet. Insgesamt werden 28 Spiele ausgetragen, wobei sechs Siegen 20 Niederlagen gegenüberstehen.

Für die Saison 1910/11 wird die erste Mannschaft der 1c-Klasse zugeteilt, die aus zwei Staffeln besteht und in der sich keine Reservemannschaften befinden. Neben der zweiten Mannschaft nehmen auch erstmals die dritte und vierte Garnitur an den Meisterschaftsspielen teil. Der große Wunsch und das angestrebte Ziel, der Aufstieg in die höchste Spielklasse, will nicht gelingen. Im Gegenteil, die Leistungen stagnieren und ein Abwärtstrend setzt ein. Gute Spieler beginnen den Verein zu verlassen und schließen sich anderen Clubs an.

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs verhilft dem TV zu dem Sprung in die zweite Spielklasse. Da andere Clubs wegen Spielermangel sich von Meisterschaftsspielen zurückziehen müssen, können die Turner aufrücken. 1915/16 wird der Hamburg-St. Pauli TV Meister seiner Staffel. Für die Teilnahme an der Relegationsrunde wird für den 7. Mai 1916 ein Entscheidungsspiel auf dem Victoria Sportplatz an der Hoheluft gegen den SC Concordia 1907 angesetzt. Die Concorden hatten die Meisterschaft ihrer Staffel in überlegener Manier gewonnen. Alle 20 Punktspiele wurden siegreich mit einem Torsaldo von 155-13 beendet. Zur Pause führt der TV überraschend mit 1-0, muss sich am Ende aber mit 1-4 beugen.

1919 gelingt endlich der Aufstieg in die höchste Spielklasse, die Norddeutsche Liga Hamburg/Altona. In einer einfachen Runde enden die Turner auf dem Dreizehnten und letzten Platz. Nur der Vorletzte, die SpVgg. 1903 Blankenese, kann mit 2-1 geschlagen werden. Die restlichen elf Begegnungen gehen alle verloren. Die größte Schlappe von 0-9 wird gegen den Hamburger SV registriert, im allerersten Punktspiel in dem die beiden Clubs aufeinander treffen. Nach Beendigung der Einfachrunde wird die Tabelle geteilt. Der TV spielt in der Abstiegsrunde, belegt bei sieben teilnehmenden Mannschaften den sechsten Platz und steigt somit auf Anhieb auch gleich wieder ab.

In den Jahren bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 entwickelt sich der FC St. Pauli zu einer Fahrstuhlmannschaft, die ständig zwischen der ersten und zweiten Spielklasse hin- und her pendelt. Da kein Trainer eingestellt wird, kann auch das zweifelsohne oft vorhandene spielerische Potential nicht weiterentwickelt werden. Der einstige Rekordnationalspieler Adolf Jäger war Ende der 1920er Jahre beim Besuch eines Heimspiels von der Mannschaft so begeistert, daß er den Wunsch äußerte, sie gerne trainieren zu wollen.

Erfolge und bemerkenswerte Ereignisse

1947: Hamburger Meister
1948: Norddeutscher Vizemeister, Vizemeister der Britischen Besatzungszone und Teilnahme am Halbfinale um die deutsche Meisterschaft
1949: Norddeutscher Vizemeister und Endrundenteilnehmer um die Deutsche Meisterschaft (Viertelfinale)
1950: Norddeutscher Vizemeister und Endrundenteilnehmer um die Deutsche Meisterschaft (Viertelfinale)
1951: Norddeutscher Vizemeister und Endrundenteilnehmer um die Deutsche Meisterschaft (Gruppenspiele)
1952: Niederlage im ersten Fußballspiel, das im Fernsehen übertragen wurde, dem DFB-Pokal (Heim)Spiel gegen Hamborn 07 (3:4)
1954: Norddeutscher Vizemeister
1964: 1.Platz in der Regionalliga Nord
1966: 1.Platz in der Regionalliga Nord
1972: 1.Platz in der Regionalliga Nord
1973: 1.Platz in der Regionalliga Nord
1977: 1.Platz in der 2.Bundesliga Nord und Erster Aufstieg in die 1. Fußball-Bundesliga
1981: 1.Platz in der Amateur-Oberliga Nord, Deutscher Amateurvizemeister nach 0:2-Finalniederlage bei den Amateuren des 1. FC Köln
1983: 1.Platz in der Amateur-Oberliga Nord
1984: 2.Platz in der Amateur-Oberliga Nord und Wiederaufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga
1988: 2.Platz in der 2.Bundesliga und Zweiter Aufstieg in die 1. Fußball-Bundesliga
1995: 2.Platz in der 2.Bundesliga und Dritter Aufstieg in die 1. Fußball-Bundesliga
1995: Nach dem 1. Spieltag der neuen Saison Tabellenführer in der 1. Fußball-Bundesliga durch 4:2-Heimsieg gegen TSV 1860 München.
2001: 3.Platz in der 2.Bundesliga und vierter Aufstieg in die 1. Fußball-Bundesliga nach einem 2:1-Auswärtssieg gegen den 1. FC Nürnberg.
2002: 2:1-Heimsieg des Tabellenletzten FC St. Pauli gegen den FC Bayern München. Der Begriff des Weltpokalsiegerbesiegers wird geprägt.
2006: Einzug als Regionalligist in das Halbfinale des DFB-Pokals gegen den FC Bayern München, welches jedoch mit 0:3 verloren wurde; davor 3:1 gegen SV Werder Bremen im Viertel- und 4:3 über Hertha BSC Berlin im Achtelfinale.
2007: Meister der Regionalliga Nord und Aufstieg in die 2. Bundesliga
2010: 2. Platz in der 2. Bundesliga und fünfter Aufstieg in die Fußball-Bundesliga
2011: 1:0-Auswärtssieg des Aufsteigers FC St. Pauli beim Hamburger SV. Erster Sieg im Hamburger Stadtderby seit 1977
2011: 1:8-Heimniederlage des Aufsteigers FC St. Pauli gegen den FC Bayern München. Höchste Bundesliga-Heimniederlage in der Geschichte des Vereins.

Ligazugehörigkeit

Ab Ende Januar 1910 wurden die ersten Punktspiele ausgetragen, und der Verein pendelte zunächst innerhalb der Hamburger Ligen, da es bis 1933 keine überregionalen Ligen gab. 1919 gelang der Aufstieg in die Hamburger A-Klasse, die höchste Hamburger Liga - somit war der Verein damals zum ersten Mal "erstklassig."
1934/35, 1936-40 sowie 1942-45 spielte der FC St. Pauli in der neu gegründeten erstklassigen Gauliga Nordmark bzw. ab 1941 in der Gauliga Hamburg.

Die Ligazugehörigkeit ab 1945 gibt folgende Aufstellung wieder:

1945-47 Stadtliga Hamburg (höchste Spielklasse)
1947-63 Oberliga Nord (höchste Spielklasse)
1963-74 Regionalliga Nord (zweithöchste Spielklasse)
1974-77 2. Liga Nord
1977/78 Bundesliga
1978/79 2. Liga Nord
1979-84 Oberliga Nord (dritthöchste Spielklasse)
1984/85 2. Bundesliga
1985/86 Oberliga Nord (dritthöchste Spielklasse)
1986-88 2. Bundesliga
1988-91 Bundesliga
1991/92 2. Bundesliga Nord
1992-95 2. Bundesliga
1995-97 Bundesliga
1997-2001 2. Bundesliga
2001/02 Bundesliga
2002/03 2. Bundesliga
2003/04 – 2006/07 Regionalliga Nord
2007/08 2. Bundesliga
2010/11 1. Bundesliga
seit 2011/12 2. Bundesliga

Weltpokalsiegerbesieger

Am 6. Februar 2002 gewann der FC St. Pauli überraschend als Tabellenletzter mit 2:1 gegen den FC Bayern München im Millerntor-Stadion. Die St. Paulianer, schon fast abgestiegen, bewiesen erneut ihren Humor: Sie ließen T-Shirts mit dem Aufdruck „Weltpokalsiegerbesieger“ anfertigen, was darauf anspielte, dass der FC Bayern in der gleichen Saison den Weltpokal gewonnen hatte. Die Torschützen für St.Pauli waren Nico Patschinski und Thomas Meggle. Erst in der 87. Minute konnte Willy Sagnol für Bayern auf 2:1 verkürzen.

Herausragende Spieler

Deutsche A-Nationalspieler

Alfred "Coppi" Beck, 1 A-Länderspiel gegen England 1954
Karl Miller, 12 A-Länderspiele 1941/42, diese allerdings als "Gastspieler" für zwei andere Klubs
Ingo Porges, 1 A-Länderspiel gegen Irland 1960
Christian Rahn, 2 A-Länderspiele 2002

Ausländische Nationalspieler

Deniz Baris, machte den Aufstieg 2000/2001 durch einen Kopfball gegen den 1. FC Nürnberg klar, derzeit türkischer Nationalspieler.
Zlatan Bajramovic gilt als großes Talent, welches aus der Jugendarbeit des FC St. Pauli hervorgegangen ist. Spielt nun für den FC Schalke 04 in der 1. Bundesliga und ist bosnischer Nationalspieler.
Ján Kocian, Tschechoslowakischer WM-Teilnehmer 1990. Zuverlässiger Libero.
Ivan Klasnic, Torjäger für St. Pauli vom Jugend- bis hoch in den Profibereich. Spielt zur Zeit beim SV Werder Bremen und sorgt dort mit seinen Treffern in der Champions League (fünf in der Vorrunde 2004) und Bundesliga für Furore. Inzwischen ist er auch kroatischer Nationalspieler und WM-Teilnehmer 2006.
Ivo Knoflícek, genannt „Knofi“. Tschechischer Teilnehmer der Fußball-Weltmeisterschaft 1990.
Juri Sawitschew, Russischer Stürmer mit Minipli-Frisur, der häufig ins Tor traf und sich vielleicht noch häufiger Ermüdungsbrüche zuzog.
Ive Sulentic, Kanadischer Nationalspieler, verzichtete zugunsten der Saisonvorbereitung zur Saison 2005/2006 auf die Teilnahme am CONCACAF Gold Cup 2005
Richmar Siberie, Nationalspieler der Niederländischen Antillen. Nach einem erfolglosen Jahr auf dem Kiez mit nur einem erzielten Tor zog es ihn nach Maribor; mittlerweile spielt er wieder in der Regionalliga Nord beim Wuppertaler SV
Cory Gibbs, der hochgeschossene Abwehrspieler spielte von 2001 bis 2003 am Millerntor. Nach dem Abstieg in die Regionalliga, sah er seine Nationalmannschaftskarriere gefährdet und wechselte zu Dallas Burn. Mittlerweile ist der 16malige Nationalspieler vom niederländischen Topclub Feyenoord Rotterdam zu einem anderen Eredivisie-Club, dem ADO Den Haag, transferiert worden.

Weitere bekannte Spieler

Damian Bankowski, mehrfacher deutscher U21-Nationalspieler.
Dirk Dammann - die Zuverlässigkeit in Person. Wirkte aufgrund seiner Größe immer etwas staksig, machte dies jedoch durch unbändige Einsatzkraft wett.
Martin Driller, bei den Fans umstrittener Stürmer und Ex-Freund von Regina Halmich. Hatte seinen wohl besten Auftritt im St. Pauli-Dress beim 4:4 gegen Schalke 04.
Walter Dzur, deutscher A-Nationalspieler und Angehöriger der Meistermannschaft des Dresdener SC 1943 und 1944.
Walter Frosch, B-Nationalspieler, ein rauhbeiniger Abwehrspieler, heute Wirt des Vereinsheims von Victoria Hamburg.
Franz Gerber, „Schlangen-Franz“, bester St. Pauli-Torschütze seit Gründung der Bundesliga, Vater von Fabian Gerber. Mit 115 Treffern an achter Position in der Liste der Zweitliga-Rekordtorjäger.
André Golke, bis heute Bundesliga-Rekordtorschütze des FC St. Pauli.
Jürgen Gronau spielte nie für einen anderen Verein als den FC und ist heute in der Jugendarbeit tätig, wo auch sein Sohn aktiv ist.
Achim Hollerieth Ehemaliger Torwart in der Regionalliga-Mannschaft und großer Rückhalt des Teams gewesen.
Volker Ippig, Torwart und Torwarttrainer, Ikone der '87er Fanbewegung, die, getragen von der Hamburger Hafenstraße, das heutige, alternative Image des FC begründete. Wohnte in derselbigen und später in der Wohnung von Präsident Paulick.
Leonardo Manzi, rettete St.Pauli in der Saison 1992/93 durch ein Kopfballtor in der 72. Minute gegen Hannover 96 vor dem Abstieg in die dritte Liga. Wirkte immer fröhlich, wenn auch nicht immer glücklich in seinen Aktionen auf dem Platz - aber das machte ihn sympathisch. Seinerzeit uneingeschränkter Publikumsliebling. Nach einer mehr oder weniger erfolgreichen Zeit beim brasilianischen Verein Juventude, zog es ihn zum Ende der Hinrunde der Saison 2005/06 zum Nord-Oberligisten SV Wilhelmshaven. Mittlerweile 36-jährig, soll er nun dort für die nötigen Tore sorgen.
Thomas Meggle wechselte zur Saison 2005/2006 zum dritten Mal ans Millerntor. Torschütze beim legendären 2:1 gegen Bayern München. Spielmacher und Hoffnungsträger für den angestrebten Zweitligaaufstieg.
Klaus Ottens, genannt „Otti“, von den St. Pauli-Fans erkorener „Erfinder des Übersteigers“.
Carsten Pröpper, Spielmacher mit mehr Licht als Schatten (der schwärzeste davon umhüllte ihn wohl beim berühmten Pinkel-Skandal in der Hotellobby während eines Trainingslagers, der ihm unter den Fans den Spitznamen „Palme“ eintrug).
Andreas Reinke, Torwart, der allerdings nur ein Jahr am Millerntor spielte
Dieter Schlindwein, genannt „Eisen-Dieter“, Vorstopper, der seine Karriere bei Waldhof Mannheim begann und Anfang der 1990er Jahre Abwehrspieler bei St. Pauli war - allerdings ob seiner verbalen Entgleisung gegenüber Leo Manzi bei den Fans alles andere als unumstritten.
Holger Stanislawski, bis Mitte März 2004 einziger noch aktiver St. Pauli-Stammspieler aus Bundesliga-Aufstiegszeiten. Beendete März 2004 seine aktive Karriere. Mittlerweile Vizepräsident des Vereins und in dieser Funktion als Manager für den sportlichen Bereich tätig.
Klaus Thomforde, das „Tier im Tor“. Letzter Einsatz am 6. Oktober 2001 (Abschiedsspiel „Klaus' letzte Parade“ als Sportinvalide). Anschließend wirkte er noch als Torwarttrainer sowie in der Vermarktung des Vereins mit (derzeit Torwarttrainer bei Holstein Kiel).
André Trulsen, Abwehr, spielte in den Jahren 1986-1991 sowie zwischen 1994 und 2002 für den Verein. Dazwischen Stationen beim 1. FC Köln und dem SV Lurup. Jetzt Co-Trainer des FC St. Pauli. Wurde in der Regionalliga-Saison 2004/2005 als Spieler für einige Einsätze in Liga- und Pokalspielen reaktiviert. Mit 177 Einsätzen Rekordspieler des FC St. Pauli in der Fußball-Bundesliga
Dirk Zander hielt lange Zeit den Rekord für das schnellste Bundesligator und hält diesen in der internen St. Pauli-Wertung weiterhin souverän.
Rüdiger Wenzel, sympathischer Stürmer, der im Jahre 1989 ein Tor des Monats, per Hackentrick, aus 15 Meter Entfernung, für die Braun-Weißen erzielte. Betreibt heute einen Schreibwarenhandel in Bad Segeberg.
Bernhard Olck, wechselte zur Saison 1987/88 von Alemannia Aachen zum FC St. Pauli und war wichtiger Bestandteil der Aufstiegsmannschaft, die 1988/89 den 10. Platz in der Bundesliga erreichte. Der bullige Abwehrspieler, erhielt bei der Wahl zum „Fußballer des Jahres 88/89“ zwei Stimmen und beendete seine Profilaufbahn 1993, im Alter von 30 Jahren.

Vereinsoffizielle über die Jahre

1924-1931 Henry Rehder
1931-1945 Wilhelm Koch
1945-1947 Hans Friedrichsen
1947-1969 Wilhelm Koch
1970-1979 Ernst Schacht
1979-1982 Wolfgang Kreikenbohm
1982-1990 Otto Paulick
1990-2000 Heinz Weisener (verstorben 2005)
2000-2002 Reenald Koch
2002–2010 Corny Littmann
seit Mai 2010 Stefan Orth

Die Trainer

1945-1948 Hans Sauerwein
1948-1949 Waldemar Gerschler
1949-1951 Fred Harthaus
1951-1952 Walter Risse
1952-1952 Henner Appel
1952-1963 Heinz Hempel
1963-1964 Otto Westphal
1964-1965 Otto Coors
1965-1967 Kurt Krause
1967-1968 Heinz Hempel
1968-1971 Erwin Türk
1971-1972 Edu Preuß
1972-1974 Karl-Heinz Mülhausen
1974-1976 Kurt Krause
1976-1978 Diethelm Ferner
1978-1979 Josef Piontek
1979-1979 Werner Pokropp
1979-1982 Kuno Böge
1982-1986 Michael Lorkowski
1986-1987 Willi Reimann
1987-1991 Helmut Schulte
1991-1992 Horst Wohlers
1992-1994 Josef Eichkorn
1994-1997 Uli Maslo
1997-1997 Klaus-Peter Nemet
1997-1997 Eckhard Krautzun
1997-1998 Gerhard Kleppinger
1999-1999 Dietmar Demuth
1999-2000 Willi Reimann
2000-2002 Dietmar Demuth
2002-2002 Joachim Philipkowski
2002-2004 Franz Gerber
2004-2006 Andreas Bergmann
2008–2011 Holger Stanislawski
2011–2012 André Schubert
2012– Michael Frontzeck

Strukturen in der Fanszene

Ein nennenswerter Teil der Fanszene am Millerntor versteht sich im Vergleich zu den Fanstrukturen anderer Fußballvereine ausdrücklich als politisch. So wurde sich schon früh für eigene und die Interessen der direkten Stadionanwohner eingesetzt, als ein recht kühnes Stadionneubauprojekt mit angeschlossener Randbebauung (Sport-Dome) des Präsidenten Heinz Weisener – bzw. von dessen Architekturbüros – in Angriff genommen werden sollte. Durch mehrere Demonstrationen sowie einen mehrminütigen Schweigeprotest bei einem Heimspiel wurde dieses Projekt schließlich gekippt. Fortan wurden zwar immer wieder Stadion-Neubaupläne aus der Schublade geholt (so viele neue Stadien wie St. Pauli baut sicherlich kein anderer Fußballverein), und tatsächlich: seit Juli 2006 steht es fest, bis 2014 wird ein neues Stadion fertiggestellt sein.

Auch in der Antirepressionsarbeit gegen Stadionverbote zeigt sich die Fangruppierung Pro Fans recht aktiv im St. Pauli-Umfeld.

Einen weiteren politischen Schwerpunkt bildet das aktive Einschreiten gegen sexistische oder rassistische Äußerungen im Stadion: St. Pauli war der erste Verein, welcher entsprechende Verbote in seine Stadionordnung einfügte – heute ist es eher die Regel, dass sich entsprechende Passagen in den Stadionordnungen der Bundesligavereine finden. So musste beispielsweise ein Sponsor, der Herausgeber der Männerzeitschrift Maxim, nach heftigen Protesten seine Stadionreklame überarbeiten, da diese von Fanseite als zu sexistisch bzw. frauenfeindlich eingestuft wurde.

Andererseits ist festzustellen, dass auch eine ehedem bahnbrechende Stadionordnung und eine mindestens diffuse Selbsteinschätzung vieler Fans als politisch „links“ nicht automatisch vor dem Verstoß gegen genau diese Regeln schützen.

Der Verein hat rund 500 offiziell registrierte Fanclubs, die sich mit dem Fanclub-Sprecherrat ein eigenes Vertretungsgremium geschaffen haben, das inzwischen bei grundsätzlichen Fragen auch vom Vereinspräsidium angehört wird. Zentrale Einrichtung für organisierte wie einzelne Fans ist der aus einer Faninitiative hervorgegangene Fanladen St. Pauli. Eine besonders enge Zusammenarbeit besteht mit Fanclubs des schottischen Premier League-Vereins Celtic F.C.

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